erster Kulturabend

Von Feuerwerksmusik bis Rotkäppchen Volume II

Erster Kulturabend des Gymnasiums Nord zeigt musische Talente der Schülerinnen und Schüler

Kultur hat viele Gesichter. Einige dieser Gesichter präsentierten zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nord bei unserem ersten Kulturabend am 23.05. vor voll besetzten Reihen im Saalbau Schönhof. Unter Anleitung ihrer Lehrkräfte der musischen Fächer Musik, Darstellendes Spiel und Kunst hatten sie Darbietungen einstudiert, wie sie vielfältiger nicht sein könnten. So war ein bunter Abend entstanden, durch dessen Programm Frau Maurer führte.

Den größten Bestandteil des Abends trugen die musikalischen Ensembles der Schule bei. So zeigten die Schülerinnen und Schüler des Instrumentalensembles mit ihren Leiterinnen Frau Lenhard und Frau Maurer im Laufe des Abends ihr breites Repertoire von Händels Feuerwerksmusik über das Jazz-Stück Sing, sing, sing bis hin zu Gangster prankster. Einige Mitglieder des kleinen Ensembles wechselten für den Betrachter fast unsichtbar zwischendurch gar das Instrument.

Durch Gesang bereicherten gleich drei Ensembles das Programm. Die Gesangsklasse 5g machte mit jahreszeitlich passenden Liedern den Anfang des gesanglichen Reigens und überzeugte mit zweistimmigem Gesang. Viele der Schülerinnen und Schüler der Gesangsklasse sind ebenso Teil des großen Chores der Stufe 5/6 am Gymnasium Nord, der kaum noch ausreichend Platz auf der Bühne fand, um das Publikum vielstimmig auf eine gedankliche Reise durch den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mitzunehmen. Filmmusik blieb das Chor-Thema des Abends. Wenig später rührten die jungen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung ihrer Dirigentin Frau Bacher-Norz und ihrer Pianistin Frau Lenhard das Publikum mit einer teils im Taschenlampenschein dargebotenen Interpretation von Perris A Thousand Years, bekannt aus „Twilight“ zu Tränen. Auch die erwachsenen Sängerinnen und Sänger der Schule zeigten ihr Können. Der Eltern-Lehrer-Chor ist ein Projektchor, in dem sich Eltern und Lehrkräfte zusammengeschlossen haben, um es den sangesfreudigen Kindern gleich zu tun. Auch dieses Ensemble unter der Leitung seiner Dirigentinnen Frau Maurer und Frau Bacher-Norz zeigte ein breites Spektrum seines Könnens von Rameaus träumerischem La nuit bis zu einer A-capella-Jazz-Fassung von Clarkes Only you.

Neben Musik in Hülle und Fülle präsentierten Schülerinnen und Schüler auch weitere Gesichter der Kultur. Die Theater-AG unter Leitung von Frau Gasgari-Brown nahm sich darstellerisch des Märchens (allein das schon ein Kulturgut) Rotkäppchen an. Doch eine reine Nachstellung des Originaltextes? Zu langweilig! Rotkäppchen Volume II musste es sein- und so war einmal ein Mädchen mit einem roten Bandana, dargestellt von gleich vier Schülerinnen, das auf dem Weg zu seiner bauchtanzenden Großmutter von einem bösen Fitnesstrainer entführt wurde und nur durch einen beherzten Baseballschlag seiner Mutter gerettet werden konnte- und wenn sie nicht gestorben sind, feiern sie noch heute eine Bauchtanz-Party. Die Schülerinnen und Schüler überzeugten mit Wortwitz, Improvisationsgabe und Situationskomik. So lernte der Fitnesstrainer rasch noch, wie man einen Bauchtanzrock anlegt (nein, nicht über den Kopf oder um den Arm ziehen!) und die Mutter beschleunigte ihre Reise zu ihrem verschwundenen Kind mithilfe eines Bobby-cars. Szenenapplaus war der Gruppe sicher.

Für kleine Auflockerungen zwischendurch sorgten zudem die Schülerinnen und Schüler des Fachs Kunst mit ihren Maskenperformances. Dass die Gesichter der Kultur in unterschiedlichen Kulturen der Welt verschieden aussehen können, zeigten die Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse von Frau Kuhnert, die in ihrer von Frau Lenhard an der Djembé begleiteten Performance mit ihren afrikanischen Kampfmasken dem kleinen Jungen Kiriku helfen, sein Dorf vor einer bösen Hexe zu beschützen. Die Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse von Herrn Camuka und Frau Oetken hingegen zeigten vielfältige eigene Gesichter in ihrer bunten Maskenperformance. „Wer möchten Sie gern sein, wenn sie für kurze Zeit jemand anders sein würden?“, fragten sie das Publikum durch ihre Darbietung und zeigten selbst ihre eigenen Antworten in Form von Gipsmasken.

Die künstlerische Arbeit und Auseinandersetzung mit Kultur schafft Identität. Mit diesen Worten hatte der Schulleiter Herr Haas in den Abend eingeführt. Alle Beteiligten haben dies an diesem Abend eindrücklich unter Beweis gestellt. Und so konnten nach kurzen Dankansprachen des Fördervereins, des Schulelternbeirats und des Schulleiters Herr Haas alle Anwesenden mit vielen Eindrücken zur vielgesichtigen (Schul-)Kultur am Gymnasium Nord in das Schlusslied des Eltern-Lehrer-Chors einstimmen, denn das gemeinsame Singen aller ist eine liebgewonnene Tradition unserer jungen Schule: Evening rise.

Sina Oetken