Besuch im Naturmuseum Senckenberg

Hinter den Kulissen ist es noch spannender…

Pull-out Gruppe des Jahrgangs 7 (und ein Bisschen 6) besucht Sektion Marine Evertebraten I am Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg

Beim Pull-out kommen Schülerinnen und Schüler zusammen, die an unserer Schule viel leisten- nicht nur durch ihre Noten, auch in ihren Klassen und im sozialen Bereich. Wir möchten dadurch einerseits ihre fachlichen Ambitionen fördern und ihren einen Blick „über den Tellerrand“ ermöglichen, andererseits sollen die Pull-out-Tage auch eine Belohnung für das große Engagement sein. Ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 7 sowie eine besonders am Thema interessierte Schülerin der Stufe 6 besuchten dabei die Sektion Marine Evertebraten I am Senckenberg-Forschungsinstitut.

Ausnahmslos alle acht Schülerinnen und Schüler, die am 22.01.2019 am Pull-out für den Jahrgang 7 teilnahmen, waren schon mindestens einmal im Seckenbergmuseum. Eine Schülerin gesteht sogar, dass sie es dort zuletzt schon etwas langweilig fand, weil sie einfach schon alle Exponate gekannt habe. Doch selbst für solche Museums-Profis öffneten sich dank PD Dr. Dorte Janussen neue Türen.

Das berühmte Museum war an diesem Morgen für die Gruppe vom Gymnasium Nord nur eine Durchgangsstation, denn Frau Dr. Janussen, Leiterin der Sektion Marine Evertebraten I am Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg und ihre Technische Assistentin Frau Dimter ließen die Schülerinnen und Schüler hinter die Kulissen blicken. Für die Exponate in der Ausstellung und für die Forschung arbeiten im Forschungsinstitut nämlich viele Menschen, die man üblicherweise nicht sieht.

Zunächst führte Frau Dr. Janussen auf einem ganz normalen Büro-Flur die Schülerinnen und Schüler in das Arbeitsgebiet ihrer Sektion, ihrer wissenschaftlichen Abteilung, ein. Unter dem sperrigen Begriff „Marine Evertebraten“ verbergen sich wirbellose im Meer lebende Tiere. Frau Dr. Janussens erklärte Lieblinge sind die Schwämme, an denen sie auch am meisten forscht. Die Sektion hat aber beispielsweise auch viele Korallen-Präparate für Forschungszwecke gesammelt. Über deren Biologie lernten die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler und eine Sechstklässlerin zunächst eine Menge, ebenso über deren Rolle in der Evolution. Dann teilte sich die Gruppe auf. Im Wechsel durften jeweils vier Schülerinnen und Schüler einen Einblick in Frau Dr. Janussens Arbeit und vier Schülerinnen und Schüler eine Führung durch Frau Dimters Reich erleben.

Mit Frau Dr. Janussen durften sie an allerhand unterschiedlichen Mikroskopen und Binokularen Schwämme und ihre Verwandten betrachten. Die Poren und auch die wehrhaften Stacheln der Schwämme erwiesen sich dabei neben ihrer Wichtigkeit für die Artbestimmung und Entdeckung neuer Arten auch als filigrane Schönheiten. Auch die Geräte als solche waren sehenswert. So durften die Schülerinnen und Schüler durch das originale Expeditionsmikroskop von Frau Dr. Janussen sehen, das mit ihr schon viele Weltmeere bereist hat und die Pole sah. Auch das Labor, das heute extra von gefährlichen Chemikalien befreit war, durfte die Gruppe besichtigen.

Frau Dimter zeigte indessen ihren Arbeitsbereich. Als technische Assistentin kümmert sie sich um alle wissenschaftlich wertvollen Exponate, unter anderem um solche die 200 Jahre alt sind oder um die Arten, die Frau Dr. Janussen neu entdeckt hat und von denen es deshalb nur einzelne Präparate gibt. Gerade deshalb herrschen in den Räumen, in denen sie gelagert sind, extreme Sicherheitsvorkehrungen. Jedes Präparat muss nach der Herstellung ordentlich gekennzeichnet und einsortiert werden, regelmäßig überprüft und eventuell auch einmal in ein neues Behältnis gebracht werden- natürlich ohne es zu beschädigen. Darum, dass all die wichtigen Präparate heil bleiben, kümmert sich Frau Dimter und trägt damit eine große Verantwortung für die meeresbiologische Forschung. Unsere Schülerinnen und Schüler durften die Hochsicherheitsbereiche ausnahmsweise betreten und Präparate betrachten, teils sogar anfassen, die für die Öffentlichkeit normalerweise nicht sichtbar sind- riesige Schwämme gab es da zu sehen, armlange Glasstacheln, aber auch eine Koralle, die aussieht, wie ein Gehirn.

Über wirbellose Meerestiere wie auch über die meeresbiologische Forschung und die Arbeit hinter dem Museum haben die Schülerinnen und Schüler an diesem Morgen viel gelernt.

Wir danken Frau Dr. Janussen und Frau Dimter für die spannenden Einblicke!
Herrn Wensauer, Vater einer Schülerin, danken wir für die Mitbegleitung der Exkursionsgruppe.

Sina Oetken