Besuch im Haus der Geschichte Bonn Jg. Q3

Geschichte wird besonders dann verständlich, wenn man ihr nicht nur aus Schulbüchern begegnet. Aus diesem Grund besuchte der 13. Jahrgang des Gymnasiums Nord das Haus der Geschichte in Bonn. Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte zeigt die Geschichte Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 bis zur Gegenwart. Der Museumsbesuch war eine sinnvolle Ergänzung zum aktuellen Geschichtsunterricht, weil er Themen wie die deutsche Teilung, die DDR und die BRD und die deutsche Wiedervereinigung vertiefte. Der Förderverein hat die Fahrt mit 10€ pro Schülerin und Schüler bezuschusst. 

Nach der zweistündigen Busfahrt kamen wir an dem renovierten Museum an. Wir hatten direkt die Möglichkeit selbstständig das Haus der Geschichte zu erkunden. Das Museum ist, wie eine lebendige Präsentation der deutschen Nachkriegszeit (seit 1945) ausgestellt. Da der Eintritt kostenlos ist, kann jeder das Museum besuchen und sich miteinander austauschen. Im Museum war von Jugendlichen bis älteren Senioren jede Altersgruppe vertreten. Durch das Anbieten von interaktiven Stationen hat der Zuschauer einen abwechslungsreichen Besuch. Es gab Bereiche mit Hörern, die die Geschichte von damals Lebenden erzählt, beeindruckende Originalobjekte und interaktive Quizfragen Stationen, um sein eigenes Wissen zu testen. Die relevanten Themen wurden uns auf unterschiedlichste Weise nahegebracht, was den Museumsbesuch so besonders und interessant macht. Anstatt die ganze Ausstellung über nur Texte zu lesen, bestand die Dauerausstellung aus Audios, in denen Zeitzeugen von ihren Erfahrungen sprechen, interaktiven Gegenständen, Plakaten und Originalgegenständen der Zeit. Durch das angeeignete Wissen durch den Unterricht konnte ich die neuen Informationen der Ausstellung damit verbinden und es war keine Informationsflut. Das Haus der Geschichte visualisiert das Erlernte und hinterlässt einen stärkeren Eindruck als Texte und Bilder, welche man im Unterricht bearbeitet. Beim Rundgang kam ich andauernd mit meinen Mitschülern und Mitschülerinnen ins Gespräch, welches den Besuch besonders spannend machte. Nachdem unsere Zeit vorbei war, wurde mir bewusst, wie nah und greifbar die Vergangenheit ist.

Es war sehr interessant zu sehen, wie einfache Gegenstände eine Geschichte erzählen können. Diese vor Augen zu haben und zu wissen, dass Jahrzehnte vorher diese Objekte im Gebrauch waren, verstärkt die Wichtigkeit sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und Vergangenes nicht zu wiederholen und an ihr zu wachsen. Ich fand den Besuch im Haus der Geschichte passend in das Unterrichtsgeschehen integriert. Man konnte sein bereits vorhandenes Wissen erweitern und wurde nicht von Informationen überflutet. Ich hätte mir mehr Zeit für den Besuch gewünscht, um einzelne Stationen intensiver aufzunehmen.

Besonders eindrucksvoll fand ich dieses Plakat mit der Überschrift: „Diese Schandtaten: eure Schuld!“. Die Bilder sind schockierend, weil sie das Ausmaß an Leid und Gewalt, das während der nationalsozialistischen Herrschaft verursacht wurde unverschleiert darstellen. Der Titel macht außerdem deutlich, dass dieses Plakat nicht nur die Schandtaten darstellen soll, sondern auch die Schuldfrage anspricht. Es spricht sehr direkt sowohl Verantwortung als auch das Wegschauen an, sodass man als Betrachter fast keine andere Wahl hat, als stehen zu bleiben und nachzudenken. Dieses Plakat hat mich auch nach dem Verlassen des Museums nachdenklich gemacht und mir gezeigt, wie wichtig Aufklärung und Erinnerungen sind, damit solche Verbrechen niemals in irgendeiner Form verharmlost und vergessen werden.

Mahelet und Quynh-Anh (Q3)