Ein Einblick in die Hospizarbeit
Am 20. April durften wir im Rahmen unseres Religionsunterrichts Frau Lübke bei uns begrüßen, die als Mitarbeiterin in einem Hospiz tätig war. In ihrem Vortrag gab sie uns einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit mit schwerkranken Menschen und den Alltag in einem Hospiz.
Sie erklärte zunächst, dass im Hospiz nicht nur Krebspatienten betreut werden, sondern auch Menschen mit anderen schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Demenz oder Parkinson im fortgeschrittenen Stadium. Dabei sind die Patienten nicht immer älter – auch jüngere Menschen können betroffen sein.
Ein Hospiz ist ein Ort, an dem Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen. Die Kosten werden in der Regel nach Entscheidung der Krankenkasse übernommen. Wenn es der Gesundheitszustand zulässt, verbringen viele Patienten Feiertage noch zu Hause bei ihren Familien.
Frau Lübke selbst ist Krankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ care. Besonders wichtig ist ihr, dass die Wünsche der Patienten ernst genommen werden. Solange es möglich ist, werden mit Hilfe von Hilfsorganisationen Ausflüge organisiert oder persönliche Träume erfüllt – etwa eine Reise nach Paris oder ein Besuch im Disneyland mit der Familie. Auch das Gemeinschaftsleben spielt im Hospiz eine große Rolle. Es finden Veranstaltungen wie Fasching statt, um den Alltag aufzulockern. Gleichzeitig ist die emotionale Belastung für viele Patienten groß. Frau Lübke berichtete, dass der seelische Schmerz oft stärker ist als der körperliche, besonders nach der Diagnose. Im Umgang mit den Patienten sind Einfühlungsvermögen und Ehrlichkeit entscheidend.
Oft geht es einfach darum, Zeit zu schenken und für die Menschen da zu sein. Nach dem Tod eines Patienten gibt es im Hospiz feste Rituale: Es wird eine Kerze angezündet, Blumen werden niedergelegt und in Gedenkfeiern werden die Namen der Verstorbenen genannt. Angehörige werden sogar noch ein Jahr später eingeladen, um gemeinsam zu erinnern. Im Vergleich zum Krankenhaus ist die Atmosphäre im Hospiz ruhiger und persönlicher. Es gibt weniger Patienten pro Pflegekraft, sodass mehr Zeit für den Einzelnen bleibt. Das Hospiz wird oft als ein Ort beschrieben, der fast wie ein Zuhause wirkt. Angehörige haben außerdem die Möglichkeit, vor Ort zu übernachten. Zur Linderung von Schmerzen werden starke Medikamente wie Morphine eingesetzt, um den Patienten einen möglichst schmerzfreien Abschied zu ermöglichen. Der Besuch von Frau Lübke hat uns gezeigt, wie wichtig Mitgefühl, Respekt und Menschlichkeit in der letzten Lebensphase sind und welchen wertvollen Beitrag Hospize für unsere Gesellschaft leisten.
Phoebe S.




