Sollte die AfD verboten werden?
Ein Bericht
Die AfD ist nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Jugendlichen ein großes Thema, weshalb wir, der PoWi-Kurs von Frau Landes (Q1), eine Pro-Contra-Debatte durchgeführt haben, um die Meinungen der Schülerinnen und Schüler zu erfahren. Die Debatte fand am 20. November 2025 an unserer Schule statt. Wir haben zur Fragestellung: „Sollte die AfD verboten werden?“ diskutiert.
Die Debatte verlief sachlich sowie respektvoll und wurde von zwei Schüler/innen, als Moderator/innen, geleitet. Beide Seiten, sowohl Pro als auch Contra, wurden von je drei Schüler/innen vertreten. Bevor die Diskussion starten konnte, haben wir im Kurs eine kleine Meinungsumfrage durchgeführt. Jeder von uns durfte anonym abstimmen. Der Durchschnittswert lag vor der Diskussion bei 4,0 – also eher eine große Zustimmung zu einem AfD-Verbot.
Während der Diskussion argumentierten die Befürworter vor allem damit, dass die AfD eine antidemokratische Partei sei. Sie verbreite falsche Informationen in den Medien, um den Menschen Angst einzujagen, vermittle für schwierige Probleme einfach Lösungen, verlange eine „Remigration“ (Abschiebung) und gefährde somit die Menschenwürde.
Mit einem Zitat einer verstorbenen Zeugin aus der NS-Zeit, versuchten die Befürworter zu erklären, dass man aus der Vergangenheit lernen sollte, bevor es zu spät ist. Weitere Zitate von AfD Mitgliedern, wie z.B. von Björn Höcke („Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolute Böse darstellt.“) und Hans-Thomas Tillschneider („Wer versucht, die AfD zu richten, den richtet die AfD.“), sollten belegen, dass sie neonazistische Tendenzen vertreten, indem sie die Nazis zitierten.
Die Gegner, also die Contra-Seite, sah ein Parteiverbot als gefährlichen Eingriff in die Grundrechte. Ein Verbot würde hunderte von Wählerinnen und Wählern ihre Stimmen nehmen und möglicherweise zu Unruhe führen, da die Wählerschaft in den letzten Jahren gestiegen ist. Zudem wurde stark argumentiert, dass in einer Demokratie verschiedene Meinungen erlaubt sein müssten – solange man nicht gegen die Gesetze verstößt. Als Lösung empfiehlt sie, dass man die Partei nicht verbieten sollte, sondern ihr die staatliche Parteienfinanzierung entziehen sollte.
Während die Befürworter häufig betonten, dass die AfD gegen die Demokratie arbeite, waren die Gegner der starken Meinung, dass ein Verbot selbst der Demokratie schaden könnte.
Mit aktuellen Beispielen, wie z.B.: die Aussage zum „Stadtbild“ von Friedrich Merz, sowie die gestiegene Wähleranzahl der Grünen, während der Klimakrise, wurde gezeigt, dass die Wahl der Parteien stark vom Zustand des Landes abhängt.
Zum Abschluss wurden beide Seiten um ein Fazit gebeten. Während die Befürworter stark der Überzeugung waren, dass die Partei verboten werden sollte, warnten die Gegner vor den gesellschaftlichen Folgen (mehr Hass und Unzufriedenheit gegenüber Regierung) eines Verbots.
Nach der Diskussion wurde erneut eine anonyme Umfrage gestartet. Diesmal lag der Durchschnittswert bei 3,8. Dies zeigte, dass einige Schülerinnen und Schüler sich nochmals Gedanken über die jeweiligen Argumente gemacht hatten. Dennoch hielt die Mehrheit ein Verbot für sinnvoll.
Die Diskussion spiegelte eines wider: Unsere Demokratie hängt von unterschiedlichen Meinungen ab. Deshalb sollte man über politische Fragen offen und ehrlich diskutieren. Doch nicht jede Meinung kann man rechtfertigen.
Sumedha K., 12BL



