Teilnahme an der Deutschen SchülerAkademie 2026: mein Erfahrungsbericht
Vom 23. Juli bis zum 8. August 2026 durfte ich an der Deutschen SchülerAkademie (DSA) in Waldenburg, Sachsen, einem Ferienprogramm für Oberstufenschülerinnen und -schüler aus ganz Deutschland, teilnehmen. Dort habe ich 16 Tage lang den Kurs 6.2 „Bilanz oder Bauchgefühl“ belegt und mich mit betriebswissenschaftlichen Themen intensiv auseinandergesetzt.
Unser erstes Projekt behandelte die fiktive GmbH „BikeUp“, ein Start-Up, erfunden von den beiden Kursleitern, welches nachhaltige E-Bike-Motoren ohne seltene Erden entwickelt. Dabei analysierte mein Kurs die Bilanz des Unternehmens, Aktiva und Passiva, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung und den ersten Abschnitt des Anhangs von „BikeUp“. Ziel war es, sich zunächst einen Überblick über die Ausgangssituation des kleinen Unternehmens zu verschaffen, um in weiteren Schritten dessen Wachstum zu fördern.
Als nächste große Kursarbeit hat mein Kurs über zwei Wochen ein Börsenspiel gespielt, bei dem jede Gruppe ein fiktives Startkapital von 50.000 € in DAX Unternehmen anlegen sollte. Die Besonderheit meiner Gruppe war, dass wir Investitionsentscheidungen ausschließlich anhand von KI und der Website der Deutschen Börse treffen durften. Wir hatten weder Zugang zu Börsennews noch zu den offiziellen Unternehmenswebseiten, sondern mussten mit ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und Co. wichtige Kaufs- und Verkaufsentscheidungen tätigen. Das größte Learning war, dass Begründungen und Informationen oft falsch oder nicht aktuell genug sind. Bei suggerierenden Prompts gibt die KI häufig gefällige Antworten, die fernab jeglicher Realität sind. Deswegen war es essentiell, jede Information nochmals zu überprüfen und „richtig“ zu prompten, um vernünftige Entscheidungen treffen zu können.
Die Herausforderungen während der Akademiezeit waren das wissenschaftliche Arbeiten und die Dokumentation unseres Schaffens. Zum einen überwältigte uns eine Flut von noch nie gehörten Fachbegriffen aus VWL und BWL, zum anderen forderte unsere Kursleitung eine genaue Zitierweise von Quellen mit Quellenabgleich. Der Berg an Literatur, sowohl online als auch offline, war beachtlich.
Neben der täglichen Kursarbeit, gehörte auch die Freizeitgestaltung zum Akademieprogramm. Mein täglicher Höhepunkt war jeden Abend die News-KüA, bei der mein kleines Team und ich nationale- und internationale Konflikte, „Lokalnews“, das Horoskop des Tages und das „Meme des Tages“ für das kommende Plenum am Morgen vorbereitet haben. Manchmal habe ich auch gebacken oder mir Diskussionen über Feminismus angehört, je nachdem, was die anderen Teilnehmer so angeboten haben.
Sonja H., Q3




